„Dank ist ein Grundton, der uns guttut“, betonte Rektor Wolfgang Becker in seiner Predigt über den Kolosserbrief. „Nicht die Klage steht am Anfang, sondern der Dank für das, was Gott schenkt: Glaube, Liebe und Hoffnung.“ Musikalisch bereichert wurde er durch den Posaunenchor mit Freunden der Schwesternschaft, den Schwesternchor unter der Leitung von Sr. Monika Andörfer sowie durch ein Musikstück von Katharina Konzelmann (Flügel) und Dorothee Jeromin (Querflöte).
Ein Tag voller Impulse
In der anschließenden Matinee „Segensgeschichten“ berichteten Diakonissen von persönlichen Glaubenserfahrungen. Sr. Ruth Reuter (98) sagte in der Talkrunde der Schwestern: „Gottes Segen entdeckt man oft erst im Rückblick – aber er trägt, auch im Alter.“
Beim gemeinsamen Mittagessen, bei Führungen, einer Tombola sowie dem Töpfer- und Kunstmarkt im Mutterhaus kam die Festgemeinde ins Gespräch, ehe der Tag bei Kaffee im Mutterhaus und am Büchelberg ausklang.
Schwesternschaft im Wandel
Oberin Marion Holland nannte einige interessante Fakten zur Schwesternschaft: Aktuell gehören der Gemeinschaft 141 Schwestern an, davon 76 im Feierabendhaus am Büchelberg und acht im aktiven Dienst. Die älteste Schwester wird im Oktober 103 Jahre alt. Bewegend war die Rückkehr von Sr. Northilde Steininger aus Brasilien nach 39 Jahren – sie war die letzte Auslandsschwester. In den vergangenen zwei Jahren starben 21 Schwestern.
Hoffnung und Ausblick
Neben ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement nimmt die Schwesternschaft weiterhin Gebetsanliegen aus der Bevölkerung auf – unkompliziert eintragbar über die Homepage oder per Telefon.
Der Tag der Schwesternschaft machte ganz praktisch deutlich, was auch den Gottesdienst prägte: Dankbarkeit verändert den Blick, öffnet die Augen für Gutes und stärkt die Hoffnung. Man kann nur vermuten, dass diese Dankbarkeit auch zu großer Spendenbereitschaft bei den Besucherinnen und Besuchern führte:Für die Spendenprojekte in Ruanda und Japan konnten insgesamt über 4000 EUR gesammelt werden.

