Am 20. Juli 2025 wurde in einem festlichen Gottesdienst das Jubiläum von 16 Diakonissen und einem diakonischen Mitarbeiter gefeiert. Die Veranstaltung bot unter anderem einen bewegenden Rückblick auf das außergewöhnliche Engagement der Jubilarinnen.
Besonders hervorzuheben war die Festpredigt von Frieder Trommer, Vorstand des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbands (DGD). Er legte die bekannten Verse aus Matthäus 9 aus: „Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“ Er betonte, wie wichtig es sei, dass Menschen sich leidenschaftlich für Gott einsetzen. Direkt an die Jubilarinnen richtete er seinen Dank: „Sie, liebe Schwestern, waren und sind seine Botschafterinnen – an unterschiedlichen Orten: In Kindergärten, Krankenhäusern, in Buchhandlungen und Altenpflege, als Zahntechnikerin und Unterrichtsschwestern, in Gemeinschaften und in der Verwaltung, in Österreich und in Japan, ja auch im Blauen Kreuz und in der Zentrale in Marburg, als Mesnerin und als Oberin – wo auch immer. Die meisten von Ihnen haben länger gedient, als ich lebe. Von Herzen, vielen Dank, dass Sie diesem Ruf gefolgt sind, dass Sie diese vielen Jahre durchgehalten haben, an der Seite Jesu, diesem guten Hirten geblieben sind –und dass sie es immer noch tun.“ Seine Predigt wurde umrahmt von den Musikstücken des Hensoltshöher Chores und des Flötentrios „Flautissimo“ am Anfang und Ende des Gottesdienstes.
Ehrung der Jubilarinnen
Im Rahmen des Gottesdienstes kamen alle Jubilarinnen in einem kurzweiligen Video zu Wort. Den zahlreichen Gottesdienstbesuchern wurde so ein persönlicher Einblick in ihr Leben und ihren Dienst ermöglicht. Insgesamt blicken die Jubilarinnen auf sage und schreibe 995 Dienstjahre zurück – ein lebendiges Zeugnis für Hingabe und Glauben. Hervorzuheben sind dabei drei Diakonissen:
Schwester Elfriede Hämmerle – die älteste Jubilarin
Elfriede Hämmerle blickt mit 100 Jahren auf 75 Jahre Dienst zurück. Sie ist aktuell die zweitälteste lebende Diakonisse der Hensoltshöher Schwesternschaft und ein lebendiges Zeugnis für die Werte der Diakonie. Leider konnte sie aus gesundheitlichen Gründen nicht am Gottesdienst teilnehmen.
Schwester Karin Kamada – die am weitesten gereiste Jubilarin
Sr. Karin Kamada kam anlässlich ihres Jubiläums aus dem Mutterhaus in Kobe, Japan, nach Gunzenhausen angereist. Die Schwesternschaft in Japan hat eine besonders enge Verbindung zur Hensoltshöher Schwesternschaft. Sr. Karin verbrachte einen Großteil ihres Arbeitslebens im Krankenhaus in Kobe, wo sie sowohl als Krankenschwester als auch als Seelsorgerin tätig war.
Schwester Marion Holland – Jubilarin und Oberin
Oberin Marion Holland feierte in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum als Diakonisse. Sie hat die längste Zeit ihres Dienstes in München im pastoralen Dienst in der Evangelischen Gemeinschaft gearbeitet und ist seit neun Jahren als Oberin tätig. Ihr Engagement für die Schwesternschaft und ihre Arbeit mit Kindern und Familien spiegeln den Geist der Diakonie wider – ein Leben, das geprägt ist von Fürsorge, Verantwortung und Gemeinschaft. Dankbar betonte sie am Anfang ihres Rückblicks: „Beim Jubiläum feiern gehört für mich Gott in den Mittelpunkt. Er hat mich durch gute und auch durch schwierige Zeiten getragen, festgehalten und reich beschenkt.“
Ein Appell zum Schluss
Frieder Trommer bat in seiner Predigt auch eindringlich um Gebet für die Berufswahl vieler junger Menschen: „Wir haben in Deutschland einen akuten Notstand an Menschen, die bereit sind, in einen geistlichen Beruf zu gehen, Theologie zu studieren, eine Bibelschule zu besuchen, Pastor zu werden, was auch immer.“ Er betonte, dass es neben den dramatischen Rückgängen bei den Kirchen-Mitgliedern zunehmend schwierig sei, junge Menschen zu finden, die das als ihre Aufgabe sähen. Er appellierte weiter an die Schwestern und die anwesende Festgemeinde, zu beten, dass junge Menschen gefunden würden.
Das Jubiläum der 16 Diakonissen war nicht nur ein festlicher Anlass, sondern auch ein Moment der Dankbarkeit und des Innehaltens –und des Respekts für die unermüdliche Arbeit und Hingabe der Schwestern. Zugleich war es auch ein Appell an alle, sich für Mitmenschen einzusetzen und Gottes Liebe weiterzugeben.

